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Wartung & Updates

Eigene Mailvorlagen im Shop: wo Updates nicht ankommen

Shopware hat die Bestellbestätigung im Herbst 2026 dreimal geändert, angepasste Vorlagen blieben alt. So gleichen Sie Mailvorlagen nach jedem Update ab.

18 Min. Lesezeit MailvorlagenShopwareUpdatesBestellbestätigung

Kurz und einfach erklärt

Shopware hat die Bestellbestätigung im Herbst 2026 dreimal geändert. Neu ist ein Hinweis auf die Gewährleistung.

Die neue Fassung kommt nur in Shops an, die die Vorlage nicht bearbeitet haben. Wer die Mail angepasst hat, behält die alte Fassung.

Das gilt für alle Mailvorlagen. Viele andere Sprachen bekommen die neue Fassung gar nicht, zum Beispiel Französisch.

Prüfen Sie deshalb nach jedem Update: Was ist neu? Was fehlt in Ihrer Mail? Schicken Sie sich dann für jede Sprache eine Testmail.

Schreiben Sie auf, was Sie geändert haben. Dann geht die nächste Prüfung schneller.

Am 7. Oktober 2026 hat Shopware mit Version 6.7.15.1 die Bestellbestätigung zum dritten Mal binnen vier Wochen geändert (Shopware Release Notes 6.7.15.1). Anlass ist das Gewährleistungslabel: Erst kam es in die Mail, dann bekam es feste Maße und ein PNG statt einer SVG-Grafik, zuletzt eine eigene Vorlagenvariable statt eines Twig-Filters. Jede dieser Änderungen hat Shopware über eine Migration eingespielt, und jede Migration hatte dieselbe Bedingung: Sie schreibt nur in Vorlagen, die noch unbearbeitet sind. Wer Logo, Bankverbindung für Vorkasse oder Widerrufsbelehrung in die Bestellbestätigung eingebaut hat, bekam keine der drei Fassungen. Das betrifft nicht nur das Label. Jede Mailvorlage, die einmal gespeichert wurde, ist ab diesem Moment von den Mail-Migrationen des Kerns abgekoppelt. Dieser Beitrag zeigt, woran Shopware eine bearbeitete Vorlage erkennt, welche Vorlagen typischerweise betroffen sind, wie Sie Ihre Fassung nach jedem Update gegen die mitgelieferte abgleichen, was beim Testversand je Sprache und Mailprogramm auffällt und welche Pflichtinhalte als feste Prüfpunkte in die Routine gehören.

Das Wichtigste in Kürze

  • Shopware 6.7.14.0, 6.7.15.0 und 6.7.15.1 haben die Bestellbestätigung zwischen dem 9. September und dem 7. Oktober 2026 dreimal geändert (Shopware Release Notes 6.7.14.0 bis 6.7.15.1). Angepasste Vorlagen haben keine dieser Fassungen erhalten.
  • Die Mail-Migrationen schreiben nur in Systemvorlagen, deren Vorlage und Übersetzung kein Änderungsdatum tragen, und nur für de-DE, en-GB und die Systemsprache (Shopware-Quellcode). Kopien, Erweiterungsvorlagen und weitere Sprachen bleiben außen vor.
  • Typisch angepasst sind Bestellbestätigung, Versand- und Rechnungsmails, Zahlungserinnerung und die Bestätigung eines Widerrufs. Ein Inventar mit Typ, Sprache und Änderungsdatum zeigt, welche Vorlagen vom Standard abgekoppelt sind.
  • Beim Abgleich die mitgelieferten Fixture-Dateien der alten und der neuen Version vergleichen und nur die geänderten Zeilen in die eigene Fassung übernehmen, HTML- und Klartextteil getrennt.
  • Der Testversand läuft je Sprache, Verkaufskanal und Mailprogramm mit einer echten Bestellung auf Staging. Eingangsbestätigung (§ 312i BGB), Vertragsbestätigung (§ 312f BGB), Widerrufsbelehrung und Gewährleistungshinweis sind feste Prüfpunkte.
  • Ein Änderungsprotokoll mit Vorlage, Sprache, Verkaufskanal, Standardstand und Datum zeigt beim nächsten Update, welche Zeilen eigene Anpassung sind und welche aus dem Standard nachgezogen werden müssen.

Drei Versionen, eine Bestellbestätigung

Den Anfang machte Shopware 6.7.14.0 am 9. September 2026 (Shopware Release Notes 6.7.14.0). Die Version brachte das EU-weit einheitliche Label für gewerbliche Haltbarkeitsgarantien, in Shopware GARAN genannt, und einen Link auf die harmonisierte Mitteilung zum gesetzlichen Gewährleistungsrecht. Diese Mitteilung liefert Shopware übersetzt in alle 24 Amtssprachen der EU aus (Shopware Release Notes 6.7.14.0). Beides wurde in die Vorlage der Bestellbestätigung eingebaut, allerdings nur dort, wo diese Vorlage noch der unveränderte Systemstandard war: in neuen Installationen und in Shops, die sie bis dahin unverändert gelassen hatten. Wer die Bestellbestätigung angepasst hatte, sollte die beiden Aufrufe laut Release Notes selbst in die eigene Vorlage einfügen.

Am 1. Oktober 2026 folgte 6.7.15.0 (Shopware Release Notes 6.7.15.0). Das Label war in der ersten Fassung ohne feste Maße in einer eigenen Tabellenzeile über die volle Breite ausgegeben worden, sodass Mailprogramme die Grafik auf Mailbreite hochskalierten und abschnitten. Jetzt trägt es Breite und Höhe, steht in der Beschreibungszelle der Position und hat einen übersetzten Alternativtext. Zugleich wechselte Shopware vom SVG als data-URI zu einem eingebetteten PNG, weil Gmail und Outlook die SVG-Fassung laut Release Notes nicht anzeigen. Auch diese Änderung spielte eine Migration nur in Shops ein, deren Vorlage unbearbeitet war. Wer das Markup aus 6.7.14.0 schon in die eigene Vorlage kopiert hatte, musste es ein zweites Mal ersetzen.

Sechs Tage später, am 7. Oktober 2026, kam 6.7.15.1. Die Bestellbestätigung liest das Label nun aus der neuen Vorlagenvariable garanLabels, und der Twig-Filter sw_garan_label_mail aus 6.7.15.0 ist abgekündigt (Shopware Release Notes 6.7.15.1). Im Upgrade-Leitfaden für Shopware 6.8 steht er bereits als entfernt (Shopware UPGRADE-6.8). Eine angepasste Vorlage, die den Filter weiter aufruft, funktioniert in 6.7 noch. Nach dem Sprung auf 6.8 meldet Twig an dieser Stelle einen Fehler, weil der Filter dann nicht mehr registriert ist. Shops auf dem älteren Zweig 6.6 bekamen das eingebettete PNG mit 6.6.10.28 am 1. Oktober und die Variable statt des Filters mit 6.6.10.29 am 7. Oktober 2026 (Shopware Release Notes 6.6.10.28, Shopware Release Notes 6.6.10.29).

VersionErschienenÄnderung an der BestellbestätigungAngepasste Vorlage muss selbst
6.7.14.09. September 2026GARAN-Label als SVG-data-URI, Link auf die Gewährleistungsmitteilungbeide Aufrufe einfügen
6.7.15.01. Oktober 2026Label mit festen Maßen in der Beschreibungszelle, als eingebettetes PNGLabel-Zeile ersetzen, Filter wechseln
6.7.15.17. Oktober 2026Label aus der Variable garanLabels, Filter abgekündigtFilteraufruf in HTML und Klartext ersetzen
6.8angekündigtFilter sw_garan_label_mail entferntvor dem Upgrade umgestellt sein

Hinter dem Tempo steht ein fester Termin. Die Richtlinie (EU) 2024/825 verpflichtet die Mitgliedstaaten, ihre Umsetzungsvorschriften ab dem 27. September 2026 anzuwenden (Richtlinie (EU) 2024/825). In Deutschland steht die Pflicht in Art. 246a § 1 EGBGB: Händler informieren über das gesetzliche Gewährleistungsrecht einschließlich seiner Mindestdauer von zwei Jahren mit der harmonisierten Mitteilung und über eine Haltbarkeitsgarantie des Herstellers von mehr als zwei Jahren mit der harmonisierten Kennzeichnung (Art. 246a § 1 EGBGB). Wie das Label auf Produktseite, Liste und Warenkorb gepflegt wird, beschreibt der Beitrag zum Gewährleistungslabel im Shop. Hier geht es um die Frage dahinter: warum eine Änderung, die Shopware ausliefert, in einer angepassten Mailvorlage nicht ankommt.

Woran die Migration eine bearbeitete Vorlage erkennt

Shopware spielt Änderungen an mitgelieferten Mailtexten über Migrationen ein, die einen gemeinsamen Baustein nutzen, den UpdateMailTrait. Er lädt die neue Fassung aus den Fixture-Dateien des Kerns und schreibt sie per SQL in die Tabelle mail_template_translation. Vorher wählt er die Zeilen aus, die er überschreiben darf: Vorlagen des passenden Typs, die als Systemstandard markiert sind und bei denen weder die Vorlage selbst noch die jeweilige Übersetzung ein Änderungsdatum trägt (Shopware-Quellcode). Ein Änderungsdatum entsteht, sobald eine Änderung über die Verwaltung oder die API gespeichert wird, und zwar an der bearbeiteten Übersetzung und an der Vorlage selbst: Die Datenabstraktionsschicht setzt das Feld updated_at bei jedem Schreibvorgang auf einen bestehenden Datensatz (Shopware-Quellcode). Der Auszug unten stammt aus dem Stand 6.7.15.1; im Zweig 6.6 lautet die Abfrage gleich.

UpdateMailTrait.php, Auszug aus getTranslationIds()
WHERE mail_template_translation.language_id IN (:ids)
AND mail_template_type.technical_name = :type
AND mail_template.system_default = 1
AND mail_template_translation.updated_at IS NULL
AND mail_template.updated_at IS NULL

Aus diesen Bedingungen folgen vier Fälle, die sich in einem gewachsenen Shop oft überlagern. Erstens: Wer eine Vorlage in einer einzigen Sprache speichert, auch wenn nur ein Komma geändert wurde, sperrt sie für alle Sprachen, weil das Änderungsdatum auch an der Vorlage selbst steht. Zweitens: Eine Änderung, die per SQL direkt in die Tabelle geschrieben wurde, ohne das Änderungsdatum zu setzen, gilt als unbearbeitet und wird von der nächsten passenden Migration überschrieben. Drittens: Eine Kopie, etwa eine zweite Bestellbestätigung für einen B2B-Verkaufskanal, ist kein Systemstandard und erhält aus diesen Migrationen keine neue Fassung. Viertens: Der Baustein ermittelt die Sprachen über ihr Gebietsschema. Neue englische Texte gehen an die Systemsprache und an Sprachen mit en-GB, neue deutsche an Sprachen mit de-DE (Shopware-Quellcode). Eine Sprache mit fr-FR, nl-NL, de-AT oder de-CH, die nicht Systemsprache ist, bekommt aus diesen Migrationen nichts, auch wenn ihre Vorlage unverändert ist.

Die heikle Lage: ein Komma sperrt alle Sprachen

Wer in der Verwaltung nur in der deutschen Fassung ein Komma korrigiert, setzt dabei auch das Änderungsdatum der Vorlage. Beim nächsten Update bleibt damit auch die englische Fassung auf dem alten Stand, obwohl dort niemand etwas geändert hat. Wer im Änderungsprotokoll nur die bearbeitete Sprache vermerkt, sucht den fehlenden Standard später an der falschen Stelle. Wie Sprachstände nach Updates auseinanderlaufen, beschreibt auch der Beitrag zu Übersetzungslücken im Shop.

Welche Vorlagen typischerweise angepasst sind

Shopware liefert eine ganze Reihe von Mailvorlagen mit, von der Registrierung über die Bestellbestätigung bis zu den Statusmails für Lieferung und Zahlung. Welche davon in welcher Situation verschickt wird, legt der Flow Builder fest, und durch Erweiterungen können weitere Vorlagen hinzukommen (Shopware-Dokumentation). Angepasst wird in der Regel nicht die ganze Liste, sondern die Handvoll Mails, die jeder Kunde sieht und an denen Geld oder Rechte hängen.

  • Bestellbestätigung: Logo und Farben, eine Bankverbindung für Vorkasse je Zahlungsart, AGB und Widerrufsbelehrung im Text, oft auch eigene Hinweise zu Lieferzeiten. Wie man Bankdaten über die ID der Zahlungsart einblendet, zeigt die Dokumentation selbst (Shopware-Dokumentation).
  • Versandbenachrichtigung und Statusmails zur Lieferung: Sendungsnummer mit Link zum Versanddienstleister, Hinweise zu Teillieferungen und Rücksendungen.
  • Rechnung, Gutschrift und Stornorechnung: Begleittexte zu den Belegen, häufig mit Zahlungsziel und Bankverbindung.
  • Zahlungsstatus, vor allem die Erinnerung: eigener Ton, eigene Fristen, manchmal ein Link zur erneuten Zahlung.
  • Registrierung und Double-Opt-in: Begrüßungstext, Hinweise zum Kundenkonto, Datenschutzhinweis.
  • Widerruf: Für Widerrufsanfragen führt Shopware eigene Vorlagentypen für Händler und Kunden (Shopware-Quellcode); die Eingangsbestätigung an den Kunden ist eine Pflichtmail.

Zwei weitere Gruppen fallen bei der Inventur leicht durch. Die erste sind neue Systemvorlagen, die ein Update mitbringt: 6.7.14.0 hat zum Beispiel eine Vorlage samt Flow für fehlgeschlagene Zahlungen ergänzt (Shopware Release Notes 6.7.14.0). Sie kommt im Shopware-Standard an, nicht im Design des Shops, und steht dann neben angepassten Mails, die anders aussehen. Die zweite Gruppe sind Kopf- und Fußzeilen. Sie werden je Verkaufskanal zugewiesen (Shopware-Dokumentation) und tragen in vielen Shops Anbieterangaben und Kontaktwege. Ändert sich dort etwas, betrifft es alle Mails dieses Kanals zugleich.

Der Abgleich gegen die mitgelieferte Vorlage

Die Referenz für jeden Abgleich liegt im Kern selbst. Für die meisten Mailvorlagen, darunter die Bestellbestätigung, hält Shopware die Standardfassung als Datei vor, getrennt nach Sprache und Format: de-html, de-plain, en-html und en-plain im Ordner Migration/Fixtures/mails, für die Bestellbestätigung im Unterordner order_confirmation_mail. Für einige Typen, etwa die Registrierung und ihr Double-Opt-in, gibt es dort keinen eigenen Ordner (Shopware-Quellcode); als Referenz dient dann die Vorlage einer frischen Installation derselben Version. Auf genau diese Dateien verweisen die Release Notes, wenn sie angepassten Shops das neue Markup nahelegen (Shopware Release Notes 6.7.15.0). In einer Composer-Installation liegen sie unter vendor/shopware/core.

Der Abgleich hat zwei Richtungen. Zuerst die Frage, was sich im Standard geändert hat: Ein Vergleich der Fixture-Datei der alten Version mit der neuen zeigt genau die Zeilen, die das Update einspielen wollte. Dann die Frage, wie die eigene Vorlage davon abweicht: Ein Vergleich der eigenen Fassung mit der neuen Fixture-Datei trennt eigene Gestaltung von fehlendem Standard. Übernommen werden nur die Zeilen aus dem ersten Vergleich. Wer die eigene Vorlage stattdessen pauschal durch die neue Standardfassung ersetzt, verliert Bankverbindung, Hinweise und Gestaltung.

Standardfassungen zweier Versionen vergleichen
# im Klon des Shopware-Repositorys: was hat das Update geändert?
git diff v6.7.14.0 v6.7.15.1 -- \
  src/Core/Migration/Fixtures/mails/order_confirmation_mail/

# eigene Fassung (als Datei exportiert) gegen den neuen Standard
diff -u mail-export/order_confirmation_mail/de-html.html.twig \
  vendor/shopware/core/Migration/Fixtures/mails/order_confirmation_mail/de-html.html.twig

Für das Inventar genügt eine lesende Abfrage. Sie listet je Vorlage und Sprache, ob die Vorlage Systemstandard ist und wann Vorlage und Übersetzung zuletzt gespeichert wurden. Jede Zeile mit Datum ist eine Vorlage, die kein Update des Kerns mehr erreicht. Dasselbe gilt für jede Zeile mit einem Gebietsschema außer de-DE und en-GB, sofern die Sprache nicht die Systemsprache ist.

Inventar der Mailvorlagen, nur lesend
SELECT t.technical_name,
       m.system_default,
       loc.code       AS locale,
       m.updated_at   AS template_saved,
       tr.updated_at  AS translation_saved
FROM mail_template m
JOIN mail_template_type t         ON t.id = m.mail_template_type_id
JOIN mail_template_translation tr ON tr.mail_template_id = m.id
JOIN language l                   ON l.id = tr.language_id
JOIN locale loc                   ON loc.id = l.locale_id
ORDER BY t.technical_name, loc.code;

Testversand je Sprache, Kanal und Mailprogramm

Der Abgleich zeigt, was in der Vorlage stehen sollte. Ob es beim Kunden ankommt, zeigt erst der Versand. Die Verwaltung bietet dafür im Editor einen Testversand an eine frei wählbare Adresse und eine Vorschau (Shopware-Dokumentation). Seit 6.7.11.0 rendert die Vorschau mit dem gewählten Verkaufskanal und dessen Kopf- und Fußzeile (Shopware Release Notes 6.7.11.0), seit 6.7.15.0 rendert der MailService jede Mail mit den Textbausteinen ihres Verkaufskanals (Shopware Release Notes 6.7.15.0). Für die Prüfung heißt das: Ein Test im falschen Kanal zeigt die falschen Texte.

Testmail und Vorschau arbeiten in der Regel mit Beispieldaten. Das Label erzeugt Shopware laut Release Notes aber nur für Produkte mit Hersteller und vollständigen Label-Daten (Shopware Release Notes 6.7.14.0). Ob die Zeile in der eigenen Vorlage greift, zeigt deshalb erst eine echte Bestellung auf der Staging-Umgebung, einmal mit einem Produkt, das diese Daten trägt, und einmal ohne. Wie eine Staging-Umgebung für solche Tests aufgebaut ist, steht im Beitrag zu Staging-Umgebungen für sichere Updates.

Jede Mail besteht aus einem HTML-Teil und einem Klartextteil. Nach RFC 2046 sind das zwei Fassungen derselben Information, von denen das Mailprogramm die passende anzeigt (RFC 2046). Die Shopware-Dokumentation empfiehlt beide Fassungen, weil einige Mail-Provider keine HTML-Mails erlauben (Shopware-Dokumentation). Ein Pflichtinhalt, der nur im HTML-Teil steht, fehlt damit für einen Teil der Empfänger. Die Anleitung zu 6.7.15.1 nennt die Klartextfassung ausdrücklich mit (Shopware Release Notes 6.7.15.1).

  • jede aktive Sprache mit einer eigenen Testbestellung, nicht nur die Hauptsprache
  • jeder Verkaufskanal mit eigener Kopf- und Fußzeile
  • HTML-Teil und Klartextteil getrennt gelesen
  • eine Bestellung mit Label-Produkt, eine ohne
  • Ansicht in den Mailprogrammen, die die Kundschaft nutzt, im Webmail und auf dem Telefon
  • Bilder bei blockiertem Nachladen: Alternativtext statt leerer Fläche
  • Absendername, Antwortadresse und Betreff je Sprache

Ob die Mail überhaupt im Posteingang landet, ist eine eigene Prüfung mit eigenen Werkzeugen. Sie beschreibt der Beitrag zur Zustellbarkeit von Shop-Mails.

Pflichtinhalte als feste Prüfpunkte

Die Bestellbestätigung ist mehr als eine Höflichkeit. Den Zugang einer Bestellung muss der Händler im elektronischen Geschäftsverkehr unverzüglich auf elektronischem Wege bestätigen (§ 312i BGB). Bei Fernabsatzverträgen muss er außerdem den Vertrag innerhalb einer angemessenen Frist, spätestens bei Lieferung, auf einem dauerhaften Datenträger bestätigen, mit den Angaben nach Art. 246a EGBGB, sofern er diese nicht schon vorher auf einem dauerhaften Datenträger bereitgestellt hat (§ 312f BGB). In vielen Shops erledigt die Bestellbestätigung beides in einer Mail. Seit 6.7.15.0 lässt sich beim Anlegen einer Bestellung in der Verwaltung der Versand der Bestellbestätigung abschalten; der Schalter steht standardmäßig auf Versand (Shopware Release Notes 6.7.15.0). Auch das gehört zu den Punkten, die nach einem Update einmal bewusst angesehen werden.

Am deutlichsten wird die Bedeutung beim Widerruf. Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage (§ 355 BGB), sie beginnt aber nicht, bevor der Händler den Verbraucher ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht informiert hat. Ohne diese Belehrung erlischt das Widerrufsrecht spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach dem regulären Fristbeginn (§ 356 BGB). Die Informationspflicht selbst ist gewachsen: Art. 246a § 1 Absatz 2 EGBGB verlangt inzwischen gegebenenfalls auch Angaben über das Bestehen und die Platzierung der Widerrufsfunktion nach § 356a BGB (Art. 246a § 1 EGBGB). Eine Widerrufsbelehrung, die vor Jahren als Text in die Bestellbestätigung kopiert wurde, gehört deshalb gegen die aktuelle Fassung der Rechtstexte gelegt. Wie die Widerrufsfunktion selbst geprüft wird, steht im Beitrag zum Widerrufsbutton im Shop.

Der dritte Pflichtpunkt ist neu. Die Richtlinie (EU) 2024/825 verlangt, ihre Umsetzungsvorschriften ab dem 27. September 2026 anzuwenden, und Art. 246a § 1 EGBGB verlangt in seiner aktuellen Fassung die harmonisierte Mitteilung über das gesetzliche Gewährleistungsrecht sowie bei einer Haltbarkeitsgarantie des Herstellers von mehr als zwei Jahren die harmonisierte Kennzeichnung (Art. 246a § 1 EGBGB). Genau diese beiden Elemente hat Shopware in die Bestellbestätigung eingebaut. Dass Kunden solche Angaben suchen, zeigt Eurostat: 8 Prozent der Onlinekäufer zwischen 16 und 74 Jahren in der EU gaben für 2025 an, Informationen zu Garantie und anderen Verbraucherrechten nur schwer gefunden zu haben (Eurostat). Ob und wo Mitteilung und Label in der Mail stehen müssen, klärt die Rechtsberatung. Die Wartung prüft nach jedem Update, ob beides noch dort steht, wo es hingehört.

PrüfpunktGrundlageWo er stehtNach dem Update prüfen
Eingangsbestätigung der Bestellung§ 312i BGBBestellbestätigungVersand ausgelöst, auch für Bestellungen aus der Verwaltung
Vertragsinhalt und Angaben nach Art. 246a EGBGB§ 312f BGBBestellbestätigung oder AnhangPositionen, Preise, Versandkosten und Anbieterangaben vollständig
Widerrufsbelehrung mit Hinweis auf die Widerrufsfunktion§ 356 BGB, Art. 246a § 1 EGBGBText oder AnhangFassung gleich der Rechtstextseite
Mitteilung zum gesetzlichen GewährleistungsrechtArt. 246a § 1 EGBGBLink oder TextLink erreichbar, Sprache passend
Label zur HaltbarkeitsgarantieArt. 246a § 1 EGBGBPositionszeilenur bei Produkten mit Herstellergarantie, als Bild sichtbar
Eingangsbestätigung eines Widerrufs§ 356a BGBeigene VorlageInhalt der Erklärung, Datum und Uhrzeit enthalten

Das Änderungsprotokoll: wer, wann, warum

Das Änderungsdatum in der Datenbank sagt nur, dass eine Vorlage gespeichert wurde. Es sagt nicht, was geändert wurde, von wem und auf welcher Standardfassung die Änderung aufsetzt. Genau das braucht aber, wer beim nächsten Update entscheiden muss, welche Zeilen eigene Gestaltung sind und welche nur fehlender Standard. Ohne Protokoll beginnt jeder Abgleich mit Spurensuche.

  • Vorlagentyp, Sprache und Verkaufskanal
  • Standardstand, auf dem die Anpassung aufsetzt, etwa 6.7.15.1
  • Grund der Änderung in einem Satz, mit Verweis auf Ticket oder Freigabe
  • Datum, Bearbeiter und Prüfer
  • Ergebnis des Testversands je Sprache und Mailprogramm
  • Ablageort der Dateifassung im Repository

Belastbar wird das Protokoll, wenn die Vorlagen zusätzlich als Dateien in einem Repository liegen, getrennt nach Typ, Sprache und Format. Dann ist jede Änderung ein nachvollziehbarer Eintrag mit Datum, und der Vergleich mit der Fixture-Datei läuft mit denselben Werkzeugen wie jeder Code-Vergleich. Wer im Streitfall zeigen muss, welche Fassung der Bestellbestätigung ein Kunde an einem bestimmten Tag erhalten hat, findet sie dort mit Datum, statt sie aus Erinnerungen zu rekonstruieren. Welche Rechtstexte in diesem Zusammenhang gepflegt werden, beschreibt der Beitrag zur Pflege von AGB, Widerruf und Preisangaben. Die Vorlagen selbst liegen in der Datenbank des Shops; dass sie in jeder Sicherung mitlaufen, gehört zum Backup-Service.

Der Ablauf nach jedem Shopware-Update

Aus Abgleich, Test und Protokoll wird eine Routine, die bei jedem Update gleich abläuft, auch bei Patchversionen. 6.7.15.1 war eine Patchversion und hat die Bestellbestätigung trotzdem geändert (Shopware Release Notes 6.7.15.1).

Release Notes und Upgrade-Leitfaden nach mail, template, Twig und den Typnamen der eigenen Vorlagen durchsuchen, ebenso die Änderungsprotokolle installierter Erweiterungen.

Der Ablauf gehört vor die Freigabe des Updates für das Live-System, als Teil der Regressionstests nach Updates. Eine Vorlage, die erst nach dem Livegang auffällt, hat bis dahin schon Bestellungen bestätigt. Vor einem Sprung auf Shopware 6.8 kommt ein eigener Punkt hinzu: alle Vorlagen nach Filtern und Variablen durchsuchen, die der Upgrade-Leitfaden als entfernt führt, denn dort greift keine Abkündigung mehr, sondern ein Fehler. Wie sich die Mailprüfung in die gesamte Update-Strategie für Shopware einfügt, beschreibt der Beitrag dazu.

Was die Wartung an Mailvorlagen übernimmt

Die Pflege angepasster Mailvorlagen ist Kleinarbeit, die selten jemandem gehört: Die Agentur hat die Vorlage einmal gestaltet, der Hoster spielt Updates ein, die Rechtsberatung liefert Texte. In unserer Shopware-Wartung gehören Changelog-Analyse und Staging-Test vor jedem Update zum Ablauf; der Abgleich der Mailvorlagen lässt sich dort als eigener Prüfpunkt aufnehmen, auch für die Sicherheitsupdates, die als Patchversion ebenfalls Vorlagen ändern können.

Inventar

Alle Vorlagen mit Typ, Sprache, Verkaufskanal und Änderungsdatum erfassen, Kopien und Erweiterungsvorlagen eingeschlossen.

Release-Abgleich

Release Notes und Upgrade-Leitfaden je Update auf Änderungen an Mails, Vorlagen und Twig-Filtern prüfen.

Fixture-Vergleich

Alte und neue Standardfassung vergleichen und geänderte Zeilen gezielt in die eigene Fassung übertragen.

Testversand

Je Sprache und Verkaufskanal auf Staging versenden, HTML und Klartext in mehreren Mailprogrammen lesen.

Pflichtpunkte

Eingangsbestätigung, Vertragsangaben, Widerruf und Gewährleistungshinweis nach jedem Update abhaken.

Protokoll

Standardstand, Änderung und Testergebnis festhalten und die Dateifassung versioniert ablegen.

Wie viel Aufwand das bedeutet, hängt an der Zahl der Sprachen, Verkaufskanäle und angepassten Vorlagen. Welche Größen den Wartungsaufwand insgesamt bestimmen, zeigt der Beitrag zu den Kosten der Shop-Wartung. Die Leistungen im Überblick stehen unter Leistungen, Reaktionszeiten und Umfang im SLA-Wartungsvertrag. Wer den Bestand seiner Vorlagen zuerst sichten lassen möchte, erreicht uns über die Kontaktseite.

Quellen

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Shopware Release Notes 6.6.10.28, 6.6.10.29, 6.7.11.0, 6.7.14.0, 6.7.15.0 und 6.7.15.1; Shopware UPGRADE-6.8 (Stand 6.7.15.1); Shopware-Quellcode, UpdateMailTrait, ImportTranslationsTrait, MailTemplateTypes, WriteCommandExtractor und Ordner Migration/Fixtures/mails (Stand 6.7.15.1, UpdateMailTrait auch 6.6.10.29); Shopware-Dokumentation, E-Mail-Templates; Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), §§ 312f, 312i, 355, 356 und 356a; Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuche (EGBGB), Art. 246a § 1; Richtlinie (EU) 2024/825, Art. 4; RFC 2046, Abschnitt 5.1.4; Eurostat, E-commerce statistics for individuals (Datenstand Februar 2026). Quellcode und Release Notes wurden am 21. Oktober 2026 abgerufen.

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