Zum Inhalt springen
Wartung & Updates

Was kostet Shop-Wartung? Die Aufwandstreiber im Überblick

Was Shop-Wartung kostet, bestimmen Erweiterungen, Eigenentwicklung, Schnittstellen und Reaktionszeit. So planen Sie das Wartungsbudget 2027 nachvollziehbar.

18 Min. Lesezeit WartungsvertragKostenBudgetSLA

Kurz und einfach erklärt

Wartung für einen Onlineshop kostet jeden Monat Geld. Wie viel, hängt vor allem davon ab, wie der Shop gebaut ist.

Shopware bringt jeden Monat eine neue Version heraus. Jede neue Version muss man vorher testen. Je mehr Zusätze im Shop laufen, desto länger dauert der Test.

Auch eigener Code und Verbindungen zu anderen Programmen machen Arbeit. Und schnelle Hilfe in der Nacht kostet mehr als Hilfe am Werktag.

Planen Sie zwei Posten extra ein: Geld für Notfälle und Geld für das große Update. Ein großes Update kommt etwa einmal im Jahr.

Ein Wartungsvertrag für einen Onlineshop wird meist als Monatsbetrag verhandelt, entsteht aber aus Arbeit, die sich zählen lässt: Updates einspielen und testen, Erweiterungen prüfen, Schnittstellen nachziehen, Störungen bearbeiten und den nächsten Versionssprung vorbereiten. Wie viel davon anfällt, bestimmt weniger die Größe des Sortiments als der Aufbau des Shops. Shopware sagt es für große Updates selbst deutlich: Der Anpassungsaufwand hängt vom Grad der individuellen Anpassung und von der Zahl der eingesetzten Erweiterungen ab (Shopware). Dazu kommt ein Takt, der sich nicht verhandeln lässt: Für selbst gehostete Shops erscheinen Minor-Releases monatlich (Shopware). Dieser Beitrag zerlegt ein Wartungsbudget in fünf Bausteine, zeigt die Aufwandstreiber, die jeden davon wachsen oder schrumpfen lassen, und erklärt, wie Sie für 2027 eine Zahl ermitteln, die auch im Herbst noch trägt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Shopware veröffentlicht für selbst gehostete Shops jeden ersten Montag im Monat ein Minor-Release (Shopware), also zwölf im Jahr, dazu eine Hauptversion pro Jahr. Jede Fassung braucht vor dem Livegang einen Test.
  • Der Aufwand eines Updates wächst mit der Zahl der Erweiterungen und dem Grad der individuellen Anpassung (Shopware). Ein Inventar mit Anbieter, Fassung, Lizenz und Zuständigkeit ist der erste Schritt jeder Budgetplanung.
  • Jede Schnittstelle zu Warenwirtschaft, Zahlung oder Versand ist nach jedem Update ein eigener Testpfad. Zahl der Schnittstellen mal Testpfade je Schnittstelle ergibt die Prüfschritte je Release.
  • Die Reaktionszeit verschiebt den Preis stärker als die Größe des Sortiments: Eine Zusage rund um die Uhr verlangt Bereitschaft nachts und am Wochenende, eine Erstreaktion an Werktagen nicht.
  • Notfallkontingent und Rücklage für den Versionssprung gehören als eigene Zeilen neben die Pauschale. Für PHP 8.2 enden die Sicherheitsupdates am 31. Dezember 2026 (The PHP Group).
  • Auch ohne Änderung am Shop wächst die Grundlast: Laut Lagebericht 2025 wurden weltweit durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag bekannt (BSI), und TLS-Zertifikate dürfen ab dem 15. März 2027 höchstens 100 Tage gültig sein (CA/Browser Forum).

Warum Wartung keinen Einheitspreis hat

Wer ein Wartungsangebot einholt, bekommt meist einen Monatsbetrag. Dahinter steht Arbeit, deren Menge der Anbieter vorab abschätzen muss: Wie viele Updates fallen an, wie lange dauert der Test, wie oft muss jemand eingreifen, ohne dass es geplant war? Für zwei Shops mit gleichem Umsatz kann die Antwort weit auseinanderliegen. Ob ein Vertrag als Pauschale oder nach Stunden abgerechnet wird und welche Leistungen hineingehören, beschreibt der Beitrag Wartungsvertrag: Wichtigste Inhalte. Hier geht es eine Stufe davor um die Frage, welche Menge an Arbeit eine Pauschale überhaupt abdecken muss und woran diese Menge wächst.

Den Kern benennt der Hersteller für große Updates selbst: Der Aufwand für die Anpassung hängt vom Grad der individuellen Anpassung des Shops und von der Zahl der eingesetzten Erweiterungen ab (Shopware). Ein Shop mit Standardtheme und wenigen Erweiterungen aus dem Store braucht nach einem Update vor allem einen Funktionstest. Ein Shop mit eigenem Theme, selbst geschriebenen Plugins und mehreren angebundenen Systemen braucht für dasselbe Update eine Prüfung jeder Stelle, an der eigener Code auf den Kern trifft. Der Monatsbetrag spiegelt diesen Unterschied, ob er offen ausgewiesen wird oder nicht.

Die Arbeit lässt sich in fünf Bausteine teilen, und jeder hat eigene Treiber. Manche liegen außerhalb Ihres Einflusses, etwa der Updatetakt des Shopsystems und der Skriptsprache PHP. Andere bestimmen Sie selbst: wie viele Erweiterungen laufen, wie viel eigener Code im Shop steckt, wie viele Schnittstellen gepflegt werden und wie schnell im Störungsfall jemand reagieren soll. Wer diese Treiber kennt, kann ein Angebot lesen und ein Budget begründen.

Die fünf Bausteine eines Wartungsbudgets

Ein Wartungsbudget besteht aus drei planbaren und zwei schwankenden Teilen. Die planbaren entstehen Monat für Monat in ähnlicher Höhe, die schwankenden hängen an Ereignissen, deren Zeitpunkt niemand kennt. Die Tabelle zeigt, was jeweils hineingehört, wer den Takt vorgibt und welcher Treiber die Höhe bestimmt.

BausteinWas hineingehörtTaktgeberWovon die Höhe abhängt
GrundwartungUpdates von Kern und Erweiterungen, Backups, Zertifikate, MonatsberichtMinor-Release jeden ersten Montag im Monat (Shopware)Zahl der Erweiterungen, Umfang der Tests
SicherheitsupdatesPatch- und Sicherheitsreleases, Sicherheits-Plugin, Abhängigkeitennach Bedarf, ohne Vorankündigung (Shopware)Eigenentwicklung, Abstand zur aktuellen Fassung
MonitoringVerfügbarkeit, Fehlerprotokolle, Hintergrundjobs, ZertifikatslaufzeitenlaufendZahl der überwachten Abläufe und Schnittstellen
NotfallkontingentStörungen, Angriffsfolgen, Fehler nach Änderungen DritterungeplantReaktionszeit, Servicezeiten
Rücklage VersionssprungHauptversion, PHP-Wechsel, Ablösung von ErweiterungenHauptversion einmal im Jahr (Shopware)Eigenentwicklung, Zahl der Erweiterungen

Grundwartung, Sicherheitsupdates und Monitoring gehören in die Monatspauschale eines Wartungsvertrags, weil sich ihr Umfang aus dem Aufbau des Shops ableiten lässt. Notfallkontingent und Rücklage für den Versionssprung sind eigene Budgetzeilen: Das Kontingent deckt Einsätze außerhalb des vereinbarten Umfangs, die Rücklage den Sprung auf eine neue Hauptversion. Wer beide in die Pauschale presst, zahlt entweder dauerhaft für einen Puffer, der selten gebraucht wird, oder steht beim ersten großen Update ohne Mittel da. Welche Arbeiten auf Serverebene der Hoster übernimmt und welche bei der Wartung liegen, klärt der Beitrag Hoster oder Wartung.

Der Updatetakt als Grundlast

Den ersten Treiber setzt der Hersteller. Für selbst gehostete Shops und PaaS-Installationen gilt bei Shopware: Minor-Releases erscheinen monatlich, und zwar jeden ersten Montag im Monat (Shopware). Hauptversionen mit tieferen Änderungen kommen einmal im Jahr, Patch-Releases nach Bedarf und ohne Vorankündigung (Shopware). Damit sind zwölf Minor-Releases im Jahr gesetzt, bevor ein einziger Patch dazukommt.

Wie dicht dieser Takt in der Praxis ist, zeigt die Liste der Release Notes. Zwischen der Hauptversion 6.7.0.0 vom 17. Juni 2025 und der Fassung 6.7.15.1 vom 7. Oktober 2026 sind in der Reihe 6.7 insgesamt 40 Fassungen erschienen: eine Hauptversion, 15 Minor-Releases und 24 Patch-Releases (Shopware). Jede davon verlangt eine Entscheidung: einspielen und testen, gebündelt mit der nächsten Fassung einspielen oder bewusst auslassen und den Grund festhalten.

Für Minor- und Patch-Updates gibt der Hersteller eine nüchterne Einordnung: Sie verlangen Tests, bringen aber in der Regel keine Änderungen, die bestehenden Code brechen (Shopware). Damit ist der Kostenblock benannt. Nicht das Update selbst kostet Zeit, sondern der Test danach. Je kleiner die einzelne Fassung, desto größer ist der Anteil des Tests am Gesamtaufwand und desto stärker zahlt sich eine automatisierte Prüfung der umsatzkritischen Abläufe aus. Wie solche Tests aufgebaut werden, zeigt der Beitrag zu Update-Tests und Regressionen.

Auch eine ältere Hauptversion steht nicht still. Die letzte Minor-Fassung einer Reihe erhält nach dem Erscheinen der nächsten Hauptversion erweiterten Support mit ausgewählten Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates (Shopware). In der Reihe 6.6 folgten auf die Fassung 6.6.10.0 noch 29 weitere Patch-Releases bis 6.6.10.29 (Shopware). Wer auf einer älteren Reihe bleibt, spart den Sprung, aber nicht den Takt.

Neben dem Shopsystem setzen weitere Fristen die Grundlast. TLS-Zertifikate, die seit dem 15. März 2026 ausgestellt werden, dürfen höchstens 200 Tage gültig sein; ab dem 15. März 2027 sinkt die Grenze auf 100 Tage (CA/Browser Forum). Ab dann ist jedes Zertifikat spätestens nach 100 Tagen zu erneuern, und jede Erneuerung muss funktionieren, auch auf Domains für Bilder, Schnittstellen oder Testsysteme. Das bleibt ein kleiner Posten, solange die Erneuerung automatisch läuft und überwacht wird.

Faustregel für die Grundlast

Zwölf Minor-Releases im Jahr sind gesetzt (Shopware). Beeinflussen lässt sich der Aufwand je Release: Einspielen auf Staging, Test der umsatzkritischen Abläufe, Freigabe, Einspielen im Livesystem, Kontrolle. Wer diese Folge einmal mit Zeitstempeln dokumentiert, hat eine belastbare Grundlage für jedes Wartungsangebot und für jede Verhandlung darüber.

Aufwandstreiber Erweiterungen

Jede Erweiterung bringt einen eigenen Anbieter, einen eigenen Releasetakt und eine eigene Aussage darüber mit, für welche Shopware-Fassungen sie freigegeben ist. Mit jedem Release des Kerns stellen sich je Erweiterung dieselben Fragen: Gibt es eine passende Fassung, was steht im Änderungsprotokoll, und funktioniert die Funktion nach dem Update so wie vorher? Bei einer Hauptversion kommt hinzu, dass der Anbieter seine Erweiterung erst anpassen muss. Solange er das nicht getan hat, wartet der Shop.

Darum wächst der Wartungsaufwand nicht mit dem Umsatz, sondern mit dem Bestand an Erweiterungen, wie es der Hersteller für große Updates selbst festhält. Zwei Effekte kommen dazu. Erstens hängen Updates vieler Erweiterungen an einer gültigen Lizenz; läuft sie aus, endet der Zugang zu Korrekturen, ohne dass es im Shop auffällt. Den Umgang mit diesen Fristen beschreibt der Beitrag zu Lizenzfristen von Erweiterungen. Zweitens verursachen auch Erweiterungen, die niemand mehr nutzt, weiter Prüfaufwand, solange sie installiert sind.

Für die Budgetplanung zählt deshalb ein Inventar mehr als eine Schätzung. Es sollte je Erweiterung mindestens diese Angaben enthalten:

  • Name, Anbieter und Bezugsquelle
  • installierte Fassung und neueste verfügbare Fassung
  • Freigabe für die aktuelle und die nächste Shopware-Hauptversion
  • Lizenzlaufzeit und Zugang zu Updates
  • Funktion im Shop und betroffene Abläufe, etwa Checkout, Versand oder Suche
  • Ersatz oder Rückbau, falls der Anbieter die Pflege einstellt

Der günstigste Hebel liegt im Inventar selbst: Jede Erweiterung, die nicht mehr gebraucht und entfernt wird, senkt den Prüfaufwand ab dem nächsten Release. Umgekehrt lohnt bei jeder neuen Erweiterung die Frage, wer sie in zwei Jahren noch pflegt. Der Kaufpreis ist dabei oft der kleinere Teil; die Pflege über alle folgenden Releases kostet in der Regel mehr.

Aufwandstreiber Eigenentwicklung

Eigenentwicklung heißt im Shop: selbst geschriebene Plugins, ein eigenes Theme, überschriebene Vorlagen in Storefront und Mails, eigene Regeln und Abläufe. Für diesen Code gibt es keinen Anbieter, der ihn an neue Fassungen anpasst. Das übernimmt die Wartung oder niemand. Shopware versteht unter Breaking Changes Änderungen, nach denen Entwickler bestehenden Code anpassen müssen, damit er kompatibel bleibt (Shopware). Solche Änderungen kommen vor allem mit der jährlichen Hauptversion.

Vorher kündigt der Hersteller sie an. Als veraltet markierte Funktionen arbeiten in der laufenden Fassung weiter, sind aber zum Entfernen in späteren Releases vorgesehen (Shopware). Für eigenen Code ist jede dieser Markierungen eine Aufgabe auf der Liste vor dem nächsten Sprung. Wer sie im laufenden Jahr abarbeitet, verteilt den Aufwand auf viele kleine Schritte. Wer sie liegen lässt, sammelt sie für das Upgrade an.

Ein unterschätzter Teil der Eigenentwicklung sind überschriebene Vorlagen. Ein Theme, das einzelne Blöcke der Storefront ersetzt, und eigene Mailvorlagen bekommen Verbesserungen des Kerns nicht automatisch mit. Nach einem Update muss jemand vergleichen, ob sich an der Originalvorlage etwas geändert hat, das in der eigenen Fassung fehlt. Der Aufwand steigt mit der Zahl der überschriebenen Stellen, nicht mit ihrer Größe.

Messbar wird der Treiber über drei Größen aus dem eigenen Bestand: die Zahl der eigenen Plugins, die Zahl der überschriebenen Vorlagen und den Anteil der Abläufe, die ein automatisierter Test abdeckt. Je höher der Testanteil, desto weniger kostet das einzelne Release, weil die Prüfung nicht jedes Mal von Hand wiederholt werden muss. Eine tragfähige Update-Strategie für Shopware trennt deshalb von Anfang an zwischen Kern, Erweiterungen und eigenem Code.

Aufwandstreiber Schnittstellen

Schnittstellen verbinden den Shop mit Warenwirtschaft, Zahlungsanbietern, Versanddienstleistern, Marktplätzen und Newsletter-Systemen. Jede davon ist ein Weg, auf dem Daten die Grenze des Shops überqueren, und jeder dieser Wege kann nach einem Update anders laufen als vorher. Werden Bestellungen vollständig übergeben, kommen Zahlungsbestätigungen an, stimmen Bestände und Preise nach dem Abgleich? Das prüft kein Funktionstest im Frontend.

Bei Schnittstellen ändern sich zudem zwei Seiten. Der Shop folgt dem Takt seines Herstellers, das Partnersystem einem eigenen. Zahlungsanbieter kündigen alte Versionen ihrer Schnittstellen ab, Hersteller von Warenwirtschaftssystemen ändern Datenformate, Versanddienstleister stellen Verfahren um. Welche Fristen dabei zu beobachten sind, beschreibt der Beitrag zu Zahlungsschnittstellen und Deprecations.

Schnittstellen fallen außerdem oft leise aus. Ein Export, der nachts nicht läuft, erzeugt keine Fehlerseite, sondern am nächsten Morgen Bestellungen, die nicht im Lager angekommen sind. Für das Budget heißt das: Jede Schnittstelle braucht einen Testpfad nach jedem Update und eine Überwachung im Betrieb, etwa über Hintergrundjobs, Warteschlangen und Abgleichszahlen. Das gehört zum Monitoring und wächst mit der Zahl der angebundenen Systeme.

Für die Planung reicht eine einfache Rechnung: Zahl der Schnittstellen mal Zahl der Testpfade je Schnittstelle ergibt die Prüfschritte je Release. Dazu gehört je Schnittstelle ein benannter Ansprechpartner auf der Gegenseite, denn ein Fehler an der Grenze lässt sich selten von einer Seite allein beheben.

Aufwandstreiber Reaktionszeit

Die Reaktionszeit ist der Treiber, den Sie am direktesten wählen, und der, der den Preis am deutlichsten verschiebt. Eine Zusage rund um die Uhr verlangt, dass nachts, am Wochenende und an Feiertagen jemand erreichbar ist, der den Shop kennt. Eine Erstreaktion an Werktagen verlangt das nicht. Wichtig ist der Unterschied zwischen Reaktion und Lösung: Die Reaktionszeit sagt, wann jemand die Arbeit aufnimmt, nicht, wann der Fehler behoben ist. Was eine solche Zusage praktisch bedeutet, erklärt der Beitrag Reaktionszeit-SLA: Was guter Notfall-Support kann.

In unseren Stufen zeigt sich der Treiber direkt im Preis. Der Basis-SLA kostet 199 € netto im Monat mit Reaktion in der Servicezeit Mo–Fr 9–18 Uhr, der Business-SLA 349 € mit priorisierter Reaktion, der Enterprise-SLA 699 € mit höchster Priorität, jeweils innerhalb der Servicezeit; die Reaktionszeiten legt Ihr Angebot fest. Alle Preise verstehen sich netto zuzüglich Umsatzsteuer bei einer Mindestlaufzeit von 6 Monaten, danach monatlich kündbar; Preisstand ist September 2026 (Preisübersicht). Updates, Monitoring, Backups und Monatsbericht sind in jeder Stufe enthalten. Der Preisunterschied liegt in Priorität, Reaktionszeit und Updatetakt, nicht in der Größe des Sortiments.

Welche Stufe passt, hängt weniger von der Größe des Shops ab als von der Frage, wann der Umsatz entsteht und was eine Stunde Stillstand kostet. Ein Shop, der viele Bestellungen abends und am Wochenende erhält, braucht dort Bereitschaft. Ein B2B-Shop mit Bestellungen zu Bürozeiten kommt mit einer Werktagszusage aus, wenn die Überwachung auch nachts meldet. Wie sich der Wert einer Ausfallstunde ermitteln lässt, zeigt der Beitrag zu Ausfallkosten eines Shops; die Stufen im Einzelnen, alle mit Reaktion in der Servicezeit Mo–Fr 9–18 Uhr, stehen auf der Seite SLA-Wartungsvertrag.

Das Notfallkontingent für Ungeplantes

Ein Teil der Wartung entzieht sich jeder Planung. Laut Lagebericht 2025 des BSI wurden im Berichtszeitraum weltweit durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag bekannt (BSI), rund 24 Prozent mehr als im Berichtszeitraum davor, teilweise bedingt durch Methodeneffekte (BSI). Die Zahl umfasst alle IT-Produkte und betrifft einen einzelnen Shop nur zu einem kleinen Teil. Aber jede Kette aus Meldung, Bewertung, Update und Test beginnt mit einer solchen Meldung, und ihr Zeitpunkt lässt sich nicht vorhersagen.

Für Shopware gibt es ein Sicherheits-Plugin, das Korrekturen auf bestehende Installationen zurückträgt. Es ersetzt die regulären Updates ausdrücklich nicht (Shopware). Sicherheitslücken in Abhängigkeiten wie Symfony oder Twig deckt es nicht ab; dafür braucht es ein Update der Abhängigkeit oder von Shopware selbst (Shopware). Wie Sicherheitsupdates im Wartungsalltag eingeplant werden, steht auf der Seite Sicherheitsupdates.

Das Notfallkontingent ist deshalb kein Ersatz für die Pauschale, sondern ihr Gegenstück für Einsätze außerhalb des vereinbarten Umfangs: Fehler nach Änderungen Dritter, Folgen eines Angriffs, Eingriffe in einer Aktionsphase. Ohne Vertrag berechnen wir für einzelne Einsätze 95 € netto pro Stunde im 15-Minuten-Takt, ohne zugesagte Reaktionszeit (Preisübersicht). Im Wartungsvertrag ist der Notfall-Support in jeder Stufe enthalten, mit der jeweils vereinbarten Reaktionszeit; was darüber hinausgeht, gehört in das Kontingent. Den Ablauf eines Einsatzes beschreibt die Seite Notfall-Support.

Die Höhe des Kontingents lässt sich aus der eigenen Geschichte ableiten: Wie viele ungeplante Einsätze gab es im vergangenen Jahr, wie lange haben sie gedauert, und welche davon lagen außerhalb dessen, was ein Vertrag abdeckt? Fehlt diese Geschichte, ist ein kleines Kontingent mit vierteljährlicher Prüfung sinnvoller als ein großes, das ungenutzt verfällt.

Rücklage für den nächsten Versionssprung

Der teuerste Einzelposten der Wartung ist selten ein Notfall, sondern die nächste Hauptversion. Shopware veröffentlicht sie einmal im Jahr, begleitet von einem Release Candidate, der in der Regel rund zwei Monate vorher erscheint (Shopware). Die Supportphasen folgen keinem festen Kalender: Supportwechsel sind an Major-Releases gebunden, nicht an feste Zeitpläne (Shopware). Die Rücklage sollte deshalb über das Jahr aufgebaut werden, nicht im Monat des Upgrades.

Wie groß sie sein muss, hängt an denselben Treibern wie die Grundwartung, nur stärker: Jede Erweiterung braucht eine Fassung für die neue Hauptversion, jedes eigene Plugin eine Anpassung, jede Schnittstelle einen vollständigen Test. In unserer Preisstruktur ist das Major-Upgrade darum nicht Teil der Monatspauschale, sondern ein Festpreis nach Analyse, dessen Umfang von Ausgangsversion und Erweiterungen abhängt. Das macht den Posten planbar, sobald die Analyse vorliegt, und hält ihn aus dem Monatsbetrag heraus.

Zur Rücklage gehört 2027 auch die Skriptsprache. Jeder PHP-Zweig erhält zwei Jahre aktive Unterstützung (The PHP Group) und danach zwei weitere Jahre nur Korrekturen für kritische Sicherheitslücken (The PHP Group). Shopware setzt mindestens PHP 8.2 voraus und empfiehlt PHP 8.4 (Shopware). Für PHP 8.2 enden die Sicherheitsupdates am 31. Dezember 2026 (The PHP Group); am selben Tag endet die aktive Unterstützung von PHP 8.4, das danach bis zum 31. Dezember 2028 Sicherheitskorrekturen erhält (The PHP Group). Ein Wechsel betrifft Server, Kern und jede Erweiterung und braucht einen eigenen Testlauf. Den Ablauf beschreibt der Beitrag zum PHP-EOL-Management.

Ein Aufschub ist möglich, aber nicht kostenlos. Das Sicherheits-Plugin soll ausdrücklich die Zeit bis zu einem regulären Update überbrücken (Shopware), und eine ältere Reihe erhält im erweiterten Support nur ausgewählte Korrekturen. Wer den Sprung verschiebt, verschiebt die Rücklage ins nächste Jahr und vergrößert sie meist, weil sich veraltete Funktionen und alte Fassungen von Erweiterungen weiter ansammeln.

Interne Kapazität als Kostenfaktor

Neben dem Geld zählt die Kapazität, und sie ist oft knapper. In Deutschland fehlen 79.000 IT-Fachkräfte (Bitkom). Unter den Unternehmen mit offenen IT-Stellen suchen 26 Prozent (Bitkom) Fachkräfte für IT-Administration und Systembetrieb; kein anderer Bereich wird häufiger genannt. Grundlage sind Befragungen von 853 und 602 Unternehmen ab 3 Beschäftigten in Deutschland (Bitkom). Für die Wartung eines Shops heißt das: Wer sie im eigenen Team plant, plant mit einer Rolle, die am Arbeitsmarkt besonders gefragt ist, und braucht für Urlaub und Krankheit eine Vertretung, die den Shop ebenfalls kennt.

Ein externer Wartungsvertrag verlagert diese Frage, beantwortet sie aber nicht vollständig. Auch dann braucht der Shop intern jemanden, der Prioritäten setzt, Änderungen freigibt und Wartungsfenster mit Vertrieb und Marketing abstimmt. Dieser Anteil gehört als interne Zeit in die Budgetplanung, auch wenn er auf keiner Rechnung erscheint.

So entsteht die Budgetzahl für 2027

Aus den Treibern wird eine Zahl, wenn Sie sie in einer festen Reihenfolge erfassen. Die folgenden Schritte lassen sich im November erledigen und liefern eine Grundlage, die ein Angebot nachvollziehbar macht.

Erweiterungen, eigene Plugins, überschriebene Vorlagen, Schnittstellen und Serverkomponenten mit Fassung, Anbieter und Zuständigkeit erfassen.

Ein Wartungsangebot lässt sich danach an wenigen Fragen messen. Sie zeigen, ob der Anbieter die Treiber Ihres Shops kennt oder nur einen Durchschnitt anbietet:

  • Welche Updates sind in der Pauschale enthalten, und in welchem Takt werden sie eingespielt?
  • Wird vor dem Livegang auf einer Staging-Umgebung getestet, und welche Abläufe umfasst der Test?
  • Welche Reaktionszeit gilt in welchen Servicezeiten, und wie wird ein Einsatz außerhalb abgerechnet?
  • Wie werden Hauptversion und PHP-Wechsel kalkuliert, als Festpreis oder nach Aufwand?
  • Welche Mindestlaufzeit gilt, und lässt sich die Stufe wechseln?
  • Was steht im Monatsbericht, und wer erhält ihn?

Was die Monatspauschale abdeckt

In unserem Modell deckt der Monatspreis den geplanten Betrieb; was einmalig anfällt, rechnen wir zum vorher genannten Festpreis ab. In der Pauschale stecken geprüfte Updates, Überwachung rund um die Uhr, geprüfte Backups, Verwaltung der Zertifikate, Monatsbericht und die Bearbeitung von Störungen in der Servicezeit mit der vereinbarten Reaktionszeit. Nicht enthalten sind neue Funktionen und Schnittstellen, die über Fehlerbehebung hinausgehen, das Upgrade auf eine neue Hauptversion sowie Lizenz- und Hostinggebühren Dritter, die wir ohne Aufschlag weiterreichen.

Damit ist die Rechnung zweigeteilt: Die Pauschale folgt den Treibern Erweiterungen, Eigenentwicklung, Schnittstellen und Reaktionszeit; Notfallkontingent und Rücklage stehen als eigene Zeilen daneben. Wer die Treiber seines Shops kennt, kann jedes Angebot daran prüfen und weiß vorher, an welcher Stelle das Budget wachsen wird. Die Ersteinschätzung ist bei uns kostenlos; Festpreise nennen wir erst, nachdem wir das System gesehen haben.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Shopware Release Policy, Release Notes 6.7.0.0 und 6.7.15.1, Hosting-Leitfaden und Dokumentation zum Security Plugin; The PHP Group, Supported Versions; Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Lagebericht 2025, Abschnitt Neue Schwachstellen; Bitkom, Presseinformation vom 3. September 2026 zum IT-Fachkräftemangel; CA/Browser Forum, Baseline Requirements Version 2.3.1; Preisübersicht der Managed Service Agentur, Preisstand September 2026.

Verwandte Artikel

Wartung & Updates

White-Label-Wartung: Kundenprojekte ausgelagert betreuen

Agenturen bauen Shops, die Betreuung bleibt liegen. So funktioniert White-Label-Wartung: Modelle, SLA-Abgrenzung, Mandantentrennung und Berichte in Ihrer Marke.

13 Min. Lesezeit
Monitoring & Notfall

Performance-Monitoring im Wartungsvertrag verankern

Performance-Monitoring als fester SLA-Bestandteil: Performance-Budgets, Alerts, Monatsreports und Regression-Watch für dauerhaft schnelle Online-Shops.

13 Min. Lesezeit
Wartung & Updates

Wartungsvertrag: Wichtigste Inhalte

Wartungsvertrag für Online-Shops und Websites: SLA-Stufen, enthaltene Leistungen, Reaktionszeiten, Preismodelle und worauf Sie achten sollten.

12 Min. Lesezeit